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Text zu: "Mei Dirnderl is weiß" – Schnaderhüpfl


Aufnahme einer Reihe beliebiger Schnaderhüpfl in großer und lebhafter geselliger Runde.
  •  (1)  Mei Dirnderl is weiß, ja is weiß wia da Schnee, holladare, holladaro! / Des macht des kalt Wassa vom Hallstädter See! Holladare, hollaro!
  •  (2)  Wenn i amol heirat, no kauf i mir zwoa Küah! … / De oa muaß a Milli gebn, de ander a Bier! …
  • [(3)  Und 's Dirndl is luthrisch, was is's denn nacha? … / I wer ma's schon selba katholisch macha! …]
  •  (4)  Jetzt is uns a Markl in Maßkruag neigfalln, … / jetzt müaß ma 's Bier saufn, sunst könn mas net zahln. …

Text zu: "Grad aus dem Wirtshaus"


Ein trinkfreudiger Gast fürchtet sich beim Heimgehen vor der in seinen Augen betrunkenen und für ihn gefährlichen Umwelt. Voll Zuversicht kehrt er ins Wirtshaus zurück.
  • Grad aus dem Wirtshaus komm ich heraus, / Straße, wie wunderlich siehst du doch aus! / Linker Hand, rechter Hand, alles vertauscht, / |: Straße, ich merk es wohl, du bist berauscht! :|
  • Wein und Schnaps mag i net, bringt Übelkeit! / Aba des Bier, des Bier, des is mei Freid! / 5, 6, 7 Halbe Bier san net zuviel, / |: find noch den Weg, wenn i hoamgehen will. :|
  • Was für ein Schiefgesicht, Mond, machst denn du? / Ein Auge hast du auf, eins hast du zu. / Du wirst betrunken sein, das seh ich hell; / |: schäme dich, schäme dich, alter Gesell! :|
  • Und die Laternen erst, was muß ich sehn, / können ja gar nicht mehr gerade stehn. / Wackeln und fackeln in Kreuz und in Quer, / |: hier scheint mir ja alles b'soffen so schwer. :|
  • Alles in Sturm und Braus, Großes und Klein, / wag ich darunter mich nüchtern allein? / Das scheint bedenklich mir, ein Wagestück. / |: Da geh ich lieber ins Wirtshaus zurück. :|
  • Da trink ma no amal 5, 6, 7 Bier. / O du mein Wirtshaus, wie schön ist es hier! / Alles ist fest am Platz, nix is vertauscht, / |: auf die Straß geh i net, de is berauscht. :|
Qu: Dieses auch von Studenten verbreitete Wirtshauslied ("Deutsches Kommersbuch", Freiburg i. Breisgau 1912, S. 625; Silcher Friedrich, Erk Friedrich: Gaudeamus igitur. Juvenes dum sumus! Allgemeines Deutsches Kommersbuch. 121.-126. Auflage Lahr 1922, 1. Auflage Lahr 1858 – hier mit ursprünglicher Melodie "Spanische Weise") ist bis in die 1990er Jahre in oberbayerischen Wirtshäusern im freien geselligen Gesang nachweisbar.

Text zu: "Übers Eis san ma gfahrn" – Schnaderhüpfl


Beliebige und ortsbezogene Verse mit Refrain und Nachgesang auf eine flotte Melodie.
  1. Übers Eis san ma gfahrn mit an glasern Schubkarrn, / hots uns d'Arschbackn gfrert, habts des a scho mal ghört?
    Refrain: Und i bin halt a Lump und i bleib halt a Lump / und i bin halt a liaderlicher Lump, Lump, Lump.
  2. Aber i und mei Wei ham uns aa scho net vatrogn, / aber net wegn der Liab, wegn an Bierbanzltragn. / Refrain …
  3. Und da Mouh liegt im Weiha ham die Altn aa gsagt, / weil da Neumarker Weiha soviel Wasser drin hat. / Refrain …
  4. Und des Wasser mog i net, woa de Fischerl drinna san, / trink viel liaba glei an Liter von dem Bier mitn Foam. / Refrain …
  5. Und jetzt kauf ma uns a Bier mit an schneeweißn Foam, / aber hoam geh tan ma net, bis uns außeschmeißn tan. / Refrain …

Text zu: "Grüaß Gott, ihr liabe Leutln" – Das Münchner Bier


Seit den 1880er Jahren ist dieser Text des Münchner Volkssängers Michl Huber zum Lobe des Münchner Bieres (und später des "Bayerischen Bieres") beliebt und in mehreren Fassungen bis heute im Volksgesang lebendig. Die Strophen 3 und 4 mit den damals aktuellen Anspielungen auf den Reichstag in Berlin und Staatsbesuche hört man heute selten.
  1. Grüaß Gott, ihr liabe Leutln, ich hab' euch was gebracht, / ja was ich in der Fremd' drauß' zusammen hab' gemacht! / Es is a neues Gsangl mit lebfrischem Humor, / und das klingt oan beim Singa so ganz fidel an's Ohr! / Mir ist es sehr guat ganga, nur oans gefehlt hat mir:

Text zu: "Und 's Bier und i selber" – Schnaderhüpfl


Gern wurden bekannte und beliebte Landlermelodien mit langen Reihen (beliebiger) Schnaderhüpfltexte versehen, die (nicht nur) bei den Jodlereinschüben und Wiederholungen in geselligen Runden zum Mitsingen animierten und bei den Landlernachspielen zum rhythmischen Paschen/Klatschen. Nachgsangl auf andere Melodien – wie hier als Lob auf Brauereien und Brauorte – rundeten die langen Schnaderhüpfl-Reihen ab.
  • (1)  Und 's Bier und i selber, i selber und s'Bier, holara di riatei, di riatei, i selber und 's Bier, mir san Kameraden, die lustign Vier, holara di riatei, di riatei, die lustign Vier.
  • (2)  A Pfeifn Tabak und a Kriagal voll Bier, … is ma lang net so liab, wia a Bussl von dir …
  • (3)  Und 's Bier, des is hantig, der Branntwein is süaß, … mei Dirndl is grantig, wie war's, wann i s' liaß? …
  • (4)  An Hopfn wenn ma hätt'n, a Wasser und a Gerscht, … na tat ma a Bier braun, ja daß uns net dürscht. …
  • (5)  As Bier is ma z'hantig, da Wein is ma z'rar, … jetzt trink i an Branntwei, a Schneid macht a aa! …
  • [(6) Mei Vater is Postknecht, wenn er blast, kemman d'Küah, … mei Muatter is Bräuerin, in da Pudlhaubn siad's as Bier. …]
  • (7)  Aber oans hab i gsunga, mir is ja alls wurscht, … jetzt, Kellnerin, bring a Maß rei, nachn Singa hab i Durscht. …
  • [(8) Aber oans habn ma gsunga, mir tean net übertreibn, … Schenkkellnerin, de Maß Bier brauchst gar net aufschreibn. …]
  • (9)  Was is denn da drin, und was schaut denn da raus, … a bißl a Bier und des trink ma glei aus. …

Text zu: "Bauernmadl, Bauernmadl"


Auf viele eingängige Volkstanzmelodien wurden Texte gedichtet, so auch übers Bier.
  1. Bauernmadl, Bauernmadl, d'Spuileit machan auf! / Bauernmadl, Bauernmadl, tanz ma no oan drauf! / Bauernmadl hi, Bauernmadl her, juche, / gibts denn auf der ganzn Welt koa Bauernmadl mehr.
  2. [Bauernmadl, Bauernmadl, schene Rinderl tragns, / Bauernmadl, Bauernmadl, alle Leutl sagns. – Bauernmadl hi, …]
  3. Bauernmadl, Bauernmadl, trink ma no a Maß, / Bauernmadl, Bauernmadl, aber frisch vom Faß. – Bauernmadl hi, …
  4. Bauernmadl, Bauernmadl, 's Bier hat an schen Foam, / Bauernmadl, Bauernmadl, gehn ma no net hoam. – Bauernmadl hi, …
  5. Bauernmadl, Bauernmadl, schenk a Bier uns ei, / Bauernmadl, Bauernmadl, lustig wolln ma sei. – Bauernmadl hi, …
Qu: Das "Bauernmadl" ist ein in Bayern überlieferter Tanz (Siebenschrittform) mit verschiedenen, regional unterschiedlichen Bewegungselementen und Schrittfolgen wie Gehen und Drehen. Der oberbayerische Tanzsammler und Tanzmeister Georg von Kaufmann ("Kaufmann Schorsch" 1907-1972) hat im südlichen Chiemgau mehrere Formen aufgezeichnet und den Tanz in das Repertoire seiner Volkstanzkurse und Volkstanzabende aufgenommen, die er in den 1950er Jahren mit Unterstützung von Sigi Ramstötter begonnen hat.

Text zu: "Da drobn am Nockherberg, der wo am Zacherl g'hört"


Der Nockherberg mit dem Salvatorausschank zur Starkbierzeit um Josefi (19.3.) ist bis heute eine beliebte Groß-Gaststätte in München und weitum im Land bekannt.
  1. Der Frühling is gekommen, die Bäume schlagen aus, / da wandert alles lustig gar in die Au hinaus; / sie suacha si' a Platzerl da droben auf der Höh, / und dieses schöne Platzerl wiss ma'r eh!
    Refrain:  Des is am Nockherberg, der wo am Zacherl g'hört, / da gibts a guates Bier und oiwei san ma lustig hier! / Da find' sich Groß und Klein glei beim "Salvator" ein, / da drobn am Nockherberg, der wo am Zacherl g'hört! – Habt's es ghört!
  2. Ein Ehemann, der hat mit seinem Weib a rechtes G'frett, / denn so a großes Luader gibt's auf der Welt gar net, / im Schimpfen und im Streiten kann ihr gar koane o, / er tuat ma selber leid, der arme Mo!

Text zu: "Da Hopfen is bitter" – Schnaderhüpfl


Hopfen (aus der Holledau) und Gerstenmalz sind wichtige Substanzen beim Bierbrauen.
  • (1) Der Hopfen is bitter und 's Gerstenmalz süaß.
    |: Bin a lustiga Bua, den net leicht was verdriaßt. :|
  • (2) 's Gerstenmalz is süaß und der Hopfen bitter,
    |: wenn ma austrunkn habn, trink ma no an Liter. :|
  • (3) Und die sakrischn Bräuer gebns Bier jetz so teuer,
    |: gebn koan Hopfn dazua, waar um d'Hälfte zahlt gnua. :|
  • (4) Und a richtiga Hallertauer, ham s' ma neulich erzählt,
    |: der riacht de meist Zeit nach Hopfn und s' ganz Jahr nach Geld. :|

Text zu: "Daß a Bauer a Bauer is" – Schnaderhüpfl


In den kleinen Schnaderhüpfln haben oft auch "Volksweisheiten" ihren Widerhall gefunden.
  • Daß a Bauer a Bauer is, des macht da Pfluag,
    |: und daß die Knecht rauschig werdn, macht's Bier im Kruag. :|
Qu: Dieser Vierzeiler ist abgedruckt in der Sammlung Hörmann ("Schnaderhüpfeln aus den Alpen", Innsbruck 1882, Nr. 67). Die Melodie stammt aus der "Sammlung Oberbayrischer Volkslieder" von Kiem Pauli (München 1934, S. 301, "Vorgesungen von Frau Maria Hallweger, Bergen bei Traunstein, 14.11.27."). Abdr: "O du edles braunes Bier

Text zu: "Neuli beim Oktoberfest" – Ja, sagt er, hat er gsagt


Die Geschichte des Oktoberfestbesuches eines Landmannes bildet die Wiesn vor gut 130 Jahren ab: Glückshafen mit Losverkauf, kleine Wirtshütten und noch keine großen Zelte.
  1. Neuli beim Oktoberfest bin i drin in München gwest, / da wars lusti, da gehts zua, schon in aller Herrgottsfruah! / Leut und Kinder, da müßts wissen, hab i Augn und Maul aufgrissen! / Maul aufgrissen? hab i gfragt, ja, sagt er, hat er gsagt.
  2. Bin mitn Güterzug neingfahrn, weil schon alle Wägn voll warn; / sag zum Kondukteur: "I bitt, nehmen S' mi doch a no mit!" / Der sagt: "Tummel dich nur schleuni, steigst daweil in Viechwagn eini!" / Viechwagn eini? hab i gfragt, ja, sagt er, hat er gsagt.